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Carsharing – Emotionen als Blockade bei der Nachhaltigkeit

Carsharing – Emotionen als Blockade bei der Nachhaltigkeit

Je mehr Emotionen Fahrzeughalter mit dem Automobil verbinden, desto geringer wird die Bereitschaft, das Fahrzeug mit anderen zu teilen. Das hat das Institut für Marktforschung in der dazu gehörenden Studie festgestellt. Während das Auto für einige lediglich ein Mittel ist, um von einem Ort zum anderen zu kommen, haben viele Fahrzeughalter eine emotionale Beziehung zum Auto aufgebaut. Das wird nicht nur durch die Stunden deutlich, die in die persönliche Autopflege investiert werden. Prof. Dr. Barbara Lenz ist Direktorin Institut für Verkehrsforschung und eines der Mitglieder im ifmo Kuratorium. Die Expertin meint, dass die Studie deutlich macht, dass Carsharing bei den umweltbewussten Autofahrern im Trend der Zeit liegt, aber aus der wachsenden Nischenecker schwer herauskommt.

Das Wachstum des Carsharing-Markts hängt von der richtigen Nutzungsstrategie ab

Eine veränderte Pkw-Besitzstruktur wäre die Grundlage für den Ausbau des Carsharing-Markt. Der Spurwechsel bedeutet, dass die Wachstumspotenziale von Carsharing weder unter- noch überschätzt werden dürfen. Das Auto nutzen statt es zu besitzen wäre die Grundformel für den nachhaltigen Umdenkprozess, das heißt, das Auto ist kein Statussymbol mehr, sondern ein Nutzfahrzeug. Das Teilen des Nutzfahrzeugs fördert die Nachhaltigkeit, denn kaum jemand benötigt 24 Stunden am Tag ein Auto. Der Weg zu Arbeit, dann wird das Auto 8 bis 10 Stunden geparkt und erst auf dem Rückweg wieder benutzt. Zwei Strategien führen zum Ziel, bei der Konsum- oder Nutzungsstrategie macht sich das Carsharing bezahlt, denn das Auto wird wesentlich bewusster genutzt, weil es nicht mehr rund um die Uhr vor der Haustür steht. Die Kosten-Nutzen-Kalkulation bestimmt das Handeln. Mit der freiwilligen prosozialen Handlung werden höhere Ansprüche an das eigene Handeln gestellt, das Wohlergehen anderer Personen gibt den Ausschlag für den Spurwechsel zum nachhaltigen Carsharing-Markt.

 

Drei psychologische Motive der Autofahrer dienen als Motor oder als Bremse

  • Beim symbolischen Motiv spiegelt das gekaufte Fahrzeug die persönliche soziale Stellung deutlich wider.
  • Mit dem emotionalen Motiv wird deutlich, dass das Eigentum an Objekten wie ein Fahrzeug mit angenehmen Gefühlen wie zum Beispiel Komfortgefühlen verbunden ist.
  • Zu den instrumentellen Motiven gehören beispielsweise die Transportfunktion, sie bietet den faktischen Nutzen.

 

Mit der Form der Pkw-Nutzung wird eine der drei Motivklassen allein oder als Kombination bedient. Das kann zum Motor für das Carsharing werden oder zur Bremse. Als eigentumslose Form der Nutzung hat es des Carsharings zum Beispiel mit der symbolischen oder der emotionalen Funktion Klasse nicht ganz leicht. Zusätzliche Motive für den Umstieg zum Carsharing müssen gesucht und gefunden werden, damit Autofahrer der emotionalen und der symbolischen Motivationsklasse vom nachhaltigeren Umstieg überzeugt werden. Bewohner von Großstädten nutzen das Carsharing häufiger als Landbewohner, hier steckt weiteres Potential, denn viele Landbewohner pendeln mit dem eigenen Auto in die Großstadt statt mit dem nachhaltigen Carsharing-Auto.

 

Als willkommener Baustein für das nachhaltige Konsumverhalten

Alltagsgegenstände aller Art durch die **geteilte Nutzung **nachhaltiger zu benutzen, wird zum Baustein der klimafreundlichen Zukunft. Der Organisationsaufwand beim Carsharing ist etwas größer, das schreckt viele Autobesitzer ab, denn sie jederzeit und ohne Anmeldung den Zugriff auf das eigene Fahrzeug haben. Dagegen sind die Carsharing Nutzer jederzeit offen für alternative Nutzungsstrategien, um die eigene Gesundheit und die der Mitbürger so weit wie möglich durch nachhaltiges Teilen des Autos zu schützen. Der bewundernswerte gesellschaftlicher Trend ist als Konsumausrichtung ausbaufähig, Umwelt- und Ressourcenschonung in Kombination mit dem Kosten sparen machen die Carsharing Nutzung grundsätzlich für umweltbewusste Autofahrer attraktiv. Carsharing ist zweckmäßig, der Klimaschutz und das angenehme Autofahren lassen sich miteinander verbinden.

 

Kosten für den Zweitwagen einfach einsparen

Mit dem Zweitwagen sind vermehrte Kosten und Belastungen für die Umwelt verbunden. Sich den Wagen mit anderen Autofahrern zu teilen, bedeutet, jederzeit mehr als ein Auto bei Bedarf zur Verfügung zu haben. Sobald im Kollegenkreis oder im Freundeskreis viele auf das Carsharing Modell umgestiegen sind, wird es für die Nachzügler leichter. Die Beitrittsabsicht zu Carsharing steigt deutlich an, wenn sich im persönlichen Umfeld Gleichgesinnte befinden. Monatlich zurückgelegten Distanzen: im privaten, beruflichen oder im akademischen Bereich spielen eine weitere Rolle, die bestimmt, ob der Umstieg zum Teilen des Fahrzeugs funktioniert. Die Parkplatzproblematik in den Innenstädten nimmt zu, viele Autos parken mehr anstatt zu fahren. Sie werden zu selten zum Fahren benutzt und nehmen beim Parken wertvollen Platz weg, auf dem zum Beispiel neuer Wohnraum entstehen könnte. Gesellschaftliche Entwicklungen, die den Carsharing Trend in Deutschland fördern, sind für den klimafreundlichen Carsharing-Fahrer wichtig.

 

Fazit

Carsharing-affin zu sein ist ein Schritt, um mehr Nachhaltigkeit in die Mobilität zu bringen. Carsharing-nutzenden Senioren sind keine Seltenheit mehr, einige Junioren und der Senioren haben mit den psychologischen Motivklassen zu kämpfen. Das Auto ist für die Betroffenen ein Statussymbol, das sie aus Gründen des Klimaschutzes nicht einfach aufgeben wollen. Die Entwicklung des Carsharings bekommt durch Urbanisierung „frischen Wind“: Subjektiver Faktoren, die den nachhaltigen Umstieg zum Teilen des Fahrzeugs erschweren, lösen sich in saubere Luft auf. Die Teilungsbereitschaft der Gesellschaft steigt an, wenn die emotionale und symbolische Bedeutung des eigenen Autos entmystifiziert wird.